Vorbemerkung

Die ersten 132 Jahre des Vereins sind ausführlich bereits in Schriften dokumentiert. So hatte Edwin Helmlinger eine Festschrift zum 100. Jubiläum verfasst, die Festschrift zum 125. Jubiläum stammt von Ingeborg Schmidt. Einen Beitrag zur Geschichte von den Anfängen bis 1993 hatte Eva-Maria Scheller für Peter Hirschers Buch „Böhringen. Eine Landgemeinde zwischen Untersee und Hegau“ geschrieben. Die genannten Beiträge werden in dieser Festschrift überarbeitet wiedergeben und mit den Ereignissen der Jahre 1994 bis 2010 erweitert.

 

Die Gründerzeit 1861

Für die Gründung eines Gesangvereins vor 150 Jahren in Böhringen existieren zwei Zeugnisse. Zum einen handelt es sich um eine Fahne mit dem Namen „Sängerrunde Eintracht 1861“, die bei einer Rathausentrümpelung 1925 gefunden wurde. Sie wurde von den Frauen und Mädchen der Gemeinde gestiftet. Der zweite Beweis ist ein handgemaltes Schild mit Holzstiehl und metallener Lyra am oberen Ende. Es wurde 1999 bei Umbauarbeiten im Gasthaus „Sonne“ auf dem Dachboden unter Bodenbrettern entdeckt. Das Schild, das man früher üblicherweise bei Festumzügen trug, hat auf der Vorderseite die Aufschrift „Sängerrunde 1861 Eintracht“. Die Rückseite ziert eine Bodenseelandschaft, schneebedeckte Alpen, ein Männchen machender Hase, die Überschrift „Die lustigen Seehasen“ und die Initialen „H.B.“ Bis heute konnte nicht ermittelt werden, wer dahinter steckt. Nachdem das Schild eine Zeit lang vom damaligen zweiten Vorstand Karl Riegger aufbewahrt wurde, fand es einen Ehrenplatz im Musikpavillon.

 

Einige Anmerkungen: Zur Zeit der Vereinsgründung lebten in Böhringen rund 400 Bürgerinnen und Bürger. Täglich fuhr die Postkutsche von Radolfzell nach Singen und zurück. Böhringen war mit den Höfen Reute und Haldenstetten eine rein landwirtschaftliche Gemeinde, Rickelshausen eine eigene Stabhalterei bis zum Jahr 1891. Darum erhielt der Bahnhof auch den Namen Rickelshausen. Das Gasthaus „Sonne“ ist auch heute noch das „Vereinslokal“ des Vereins, in dem man nach der Chorprobe gern einkehrt. Wie man weiterhin sieht, ist der Name „Seehas“ keine moderne Erscheinung und ihn gibt es auch nicht erst seit Einführung des Regionalzugs.