Die Jahre 1862 bis 1927

Das erste überlieferte schriftliche Zeugnis von einer Sängertätigkeit stammt aus dem Jahre 1862. Es handelt sich um eine „Sammlung von Volksgesängen für den Männerchor, herausgegeben von einer Kommission der zürcherischen Schulsynode“. Dieses 416 Seiten umfassende Gesangbuch erschien bei der Musikalienhandlung Fries und Holzmann in Zürich. 1866 erscheint der Name „Gesangverein Böhringen“ auf einer Liste mit 34 Vereinen des See-Kreises des badischen Sängerbunds.

 

Das erste Protokoll des Gesangvereins datiert aus dem Jahre 1907 im Zusammenhang mit der Neugründung unter dem späteren ersten Vorsitzenden Alfred Fritschi und dem Dirigenten, Junglehrer Boser. In diesem Protokoll ist nachzulesen, dass der Verein aus 20 aktiven Sängern und einer größeren Zahl passiven Mitgliedern bestand. Weiter geht daraus hervor, dass man mindestens zweimal jährlich auftrat. Man gestaltete Unterhaltungsabende mit gesanglichen und humoristischen Darbietungen und spielte Theater. Im Jahre 1911 gab sich der Verein eine Satzung. In den „Statuten des Männergesangvereins Eintracht Böhringen“ steht geschrieben, dass aufnahmefähig jeder „Unbescholtene“ war, der das 18. Jahr überschritten hatte. Aktives Mitglied konnte nur werden, wer ein „gutes Stimmorgan“ besaß. Wie früher angenommen, scheint die Vereinstätigkeit während des Ersten Weltkriegs nicht völlig geruht zu haben, obwohl sicherlich sehr viele Sänger zum Kriegsdienst eingezogen waren. So ist erst kürzlich ein Gesangbuch mit dem Namen „Volksliederbuch für Männerchor, herausgegeben auf Veranlassung Seiner Majestät des Deutschen Kaisers Wilhelm II.“ gefunden worden, das mit dem Zusatz „Kriegs-Einband“ versehen ist.

 

Gesichert ist, dass der Männerchor Eintracht 1919 seine Aktivitäten voll aufnahm. Das erste große Konzert fand am Ostermontag 1920 unter dem Dirigenten Eugen Weber statt. Zusammen mit dem Kirchenchor und der Musikkapelle musizierte man zu Ehren der aus der Kriegsgefangenschaft Heimgekehrten. 1925 trat der Verein dem Hegau-Sängerbund bei. Beim Bodensee-Hegau-Sängerfest in Singen gewann man unter dem Chorleiter Wilhelm Maier mit dem Lied „Mein ist die Welt“ bei starker Konkurrenz den zweiten Preis. Beim Wertungssingen in Sipplingen erhielt man mit dem Lied „Frühlingsweh’n“ die Note „Gut“. 1927 richtete die „Sängerrunde Eintracht“ anlässlich seines 65-jährigen Bestehens ein Sängerfest an Pfingsten aus. Im Rahmen dessen wurde auch die neue Vereinsfahne geweiht. Der Verein bestand aus der beachtlichen Zahl von 43 aktiven, 76 passiven Mitgliedern, drei Ehrenmitgliedern sowie zwei Ehrensängern.